Gewichtheben – Gedanken um den sechsten Titel

SPEYER. Nach dem Gewinn des fünften deutschen Gewichtheber-Mannschaftstitels, des vierten nacheinander, stellt sich dem AV 03 Speyer die Frage: Wie geht es weiter? Soll das Frühjahr 2019 mit der sechsten Meisterschaft gekrönt werden?

„Darüber machen wir uns Gedanken, wenn es soweit kommen sollte“, sagt Frank Hinderberger, der für diese Sportart zuständige Abteilungsleiter beim Athletenverein. „Zunächst einmal freuen wir sich unsere Athleten und Athletinnen, ich und der ganze Verein sehr über das neue Meisterstück“.

Wie gut die Beziehungen der Athleten zum AV sind, hob Ehrenvorsitzender Friedel Hinderberger hervor: „Obwohl sie nicht für den Endkampf aufgestellt war, ist Patricia Strenius eigens nach Samswegen gekommen, um ihre Mannschaft zu unterstützen“. Die Schwedin, Nummer zwei der aktuellen Frauen-Bestenliste des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber, startet seit Saisonbeginn 2017 für die Speyerer.

Über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Gewichtheben hinaus geht der Ehrenvorsitzende wie folgt: „Es stellt sich die Frage, wo wir den nächsten Endkampf veranstalten werden, wenn wir wieder Gruppenmeister werden sollten“. Im Wechsel mit der Erstbundesliga-Gruppe B hat der Sieger der Gruppe A (in der Speyer startet) die Berechtigung, das Finale 2019 zum Ende der kommenden Wettkampfsaison auszurichten.

Wie berichtet, sind dafür die Räumlichkeiten im vereinseigenen Athletenheim zu klein. Wieder ein Großzelt auf dem AV-Gelände aufstellen zu lassen, ist für den Verein zu kostspielig geworden und wird aus Sicherheitsgründen wohl auch nicht mehr genehmigt. Die Gewichtheber in einer der  großen stadteigenen Sporthallen antreten zu lassen, wird wegen der Befürchtung verweigert, der Bodenbelag könnte beeinträchtigt werden. Was nach AV-Ansicht wegen der abfedernden Heberpritsche nicht der Fall wäre.

„Wo also sollen wir veranstalten?“ fragt der Ehrenvorsitzende, der „Macher“ des Speyerer Spitzengewichthebens. Wie berichtet, hat er einen Plan ausarbeiten lassen, südlich der Osthalle einen etwa 25 Meter langen und zehn Meter breiten flachen Anbau fürs Gewichtheben errichten zu lassen, einen auch für schulische Belange brauchbaren Warmmachraum mit drei Heberpritschen.

Friedel Hinderberger: „Die Unterlagen dafür sind vor Monaten allen im Stadtrat vertretenen Parteien zugegangen. Die Antwort steht aus“.

Noch einmal angesprochen auf den Triumph des vierten Titels in einer Reihe: „Das war ein passendes Geschenk zu meinem 78. Geburtstag am 1. Mai“.

Zur Sache

Mit fünf Titeln nimmt der AV 03 Speyer den sechsten Rang auf der seit 1922 vom Bundesverband Deutscher Gewichtheber geführten Liste der Mannschaftsmeisterschaften ein. Die Titel bis zur 82. Vergabe 2018:

1.     mit 14 Titeln: SV 1860 München, bzw. TSV 1860 München.

2.     mit 12: TSG Mutterstadt, bzw. AC Mutterstadt.

3.     mit 9: ASV 1888 Essen, bzw. ASC und VKSV Essen.

4.     mit 7: VfL Wolfsburg.

5.     mit 6: Chemnitzer AC.

6.     mit 5: AV 03 Speyer.

7.     mit 4: TSV Stralsund.

8.     mit 3: SV Germania Obrigheim, VfK, bzw. KSV Mannheim, TSV Sandow Nürnberg, AC Soest.

9.      mit 2: Berliner TSC, SSV Samswegen, SV Donaueschingen, Polizei SV Wien (1940, 1941).

10.  Jeweils einmal erfolgreich:  SC Roland Hamburg, RTSG Neuaubing, 1. Meidlinger AC Wien (1943), KSG Nord Eiche Berlin, FC Schrobenhausen, VfL Neckarau, ASV Ladenburg, PSV Phönix Kassel, KSV Langen, TSV Regen, AC Germania St. Ilgen.

Bis in die 1970-er wurden die Titelkämpfe in den Disziplinen Reißen, Stoßen und Drücken ausgetragen. Drücken ähnelte Stoßen, nur durften die Beine (wie beim Ausfallschritt) nicht bewegt werden. Zudem wurde bis zur Einführung der Bundesliga nur nach der gestemmten Last gewertet, nicht nach Relativ- oder Kilopunkten, die das Körpergewicht berücksichtigen. - wk