Gewichtheben – Beim Athletenverein gereift

Björn Günther einer der besten Deutschen – „Gehört in Liga der Nationalheber“

SPEYER. Ein junger Mann aus Thüringen reifte in Speyer zu einem der besten deutschen Gewichtheber. Der Schwergewichtler Björn Günther (21) begeistert mit seinem Kampfmut und seinem Leistungsvermögen das Publikum und überzeugt die Experten.

Im Duell mit Mutterstadt verbesserte er sich im Reißen mit 163 kg um drei Kilo. Zweimal scheiterte er an den Vorhaben, mit 187 kg das Gleiche im Stoßen zu schaffen. Der mögliche Grund: Nervosität, vor viel erwartungsvollem Publikum im Abstand von etwa 30 Minuten zum zweiten Mal mit einer persönlichenr Bestleistung aufzuwarten.

„Gemessen an seinen Leistungen, gehört er in die Liga der Nationalheber. Hätte er die gleichen Voraussetzungen für seinen Sport wie zum Beispiel Max Lang aus Chemnitz, Nico Müller und dessen Obrigheimer Vereinskollege Matthäus Hoffmann, dann wäre auch Björn Günther ein Kandidat für Olympia“. Das findet AV-Abteilungsleiter Frank Hinderberger.

Der junge Mann aus der Gemeinde Breitungen, wo er beim heimischen Athletik-Verein mit elf, zwölf Jahren den Hantelsport schätzen lernte, lächelt etwas verlegen. „Ja, wenn er das meint“, bemerkt er nur.

Hinderberger verdeutlicht: „Der Björn kann nur fünf Trainingseinheiten in der Woche machen, weil er acht Stunden am Tag mit dem Studium beschäftigt ist. Nationalheber wie Hoffmann dagegen können sich voll auf ihren Sport konzentrieren. Er trainiert wöchentlich elfmal und schafft als beste Leistungen im Reißen 170 kg“. Nicht gerade sehr viel mehr als Günther.

Dem ist der Preis, mit mehr Trainingszeit mehr Lasten bewältigen zu können, wohl zu hoch. „Wenn ich mehr trainiere, steigt die Gefahr einer Verletzung. Das Risiko möchte ich eigentlich nicht eingehen, selbst wenn ich es könnte“.

Björn Günther will Ingenieur der Werkstoffwissenschaft werden und studiert dafür im achten Semester an der Technischen Universität Dresden. Für ein Praktikum hatte ihm der AV Speyer einen Sechs-Monate-Aufenthalt bei der BASF in Ludwigshafen vermittelt. Günther wohnte während dieser Zeit in der Domstadt und ging zum Athletenverein trainieren. - wk