Gewichtheben – „Jule“ wieder da

2. Bundesliga: Speyer II – Lörrach 600,6:447,1 kp (3:0)

SPEYER. Bei einer Speyerer Bundesliga-Veranstaltung der Gewichtheber erstmals nicht im Mittelpunkt stand der Erstligist, sondern das Zweitliga-Aufgebot des Athletenvereins.

Der Grund: Steuert AV I in der 1. Bundesliga-Gruppe A relativ sicher dem Finale-Einzug zu, so steht AV II vor einem spannungsreichen Endspurt mit dem KSV Grünstadt um den Titel in der Gruppe A der 2. Bundesliga. Gewinnt ihn Speyers zweite Mannschaft, so kann der Athletenverein das Dreierfinale um die „kleine“ deutsche Meisterschaft ausrichten.

Grünstadt führt nach dem 517,8:499,5-Sieg in Weinheim die Tabelle mit 18:0 Punkten von Speyer II an (18:3). Am 17. Februar in Grünstadt und 10. März in Speyer treffen beide Mannschaften aufeinander.

Beim Doppelkampftag im Athletenheim gewann AV I mit 674,0:329,5 (3:0) über KSC Schifferstadt. Vom Ergebnis her stand AV II kaum nach. Mit 600,6:447,1 kp (3:0.) revanchierte sich Speyers „Zweite“ gegen KSV Lörrach deutlich für die bisher einzige Niederlage (523,0:560,9) seit vier Jahren.

Im Blickpunkt des Zweitliga-Geschehens im Athletenheim stand die Wiederkehr der Julia Schwarzbach. Ein Dreivierteljahr nach der Geburt von Theo (Vater Tom Schwarzbach wiegte den Sohnemann während des Wettkampfs der Mama in den starken Armen), imponierte die zweimalige Olympiateilnehmerin mit einer Reißserie von 55, 60 und 63 kg und ebenso perfekt gestoßenen 65, 70 und 75 kg. Das ergab 138 Zweikampf-Kilo und damit 104 Kilopunkte.

„Ach, wenn ich gebraucht werd‘, dann komme ich wieder“, spielte Julia Schwarzbach, vor ihrer Mutterschaft Speyerer Erstliga-Heberin, ihr Comeback im Zweitliga-Aufgebot herunter. Sie sei „ganz zufrieden“ mit ihrem Wiederauftritt, auf den sie sich mit wöchentlich zweimal Training im Bundesleistungszentrum Leimen vorbereitet habe.

Julia Schwarzbachs 104 Kilounkten reichten in der Einzel-Gesamtkonstellation zum vierten Platz. Diese nicht zum Wettkampf zählende Wertung gewann Lörrachs ungarische Olympiateilnehmerin Beata Jung mit 120 kp, obwohl sie bei sechs Versuchen viermal patzte und „nur“ 90+100 kg zum Gesamtergebnis der Südbadener beisteuerte.

Hinter der Ungarin kam Speyers Tscheche Andrej Beran mit 111,6 kp (124+163 kg) vor seinem Teamkollegin Max Platzer mit 111 kp (108+136)7). Platzer dazu: „Ganz ordentlich, oder? Ich habe ja aus Berufsgründen lange nicht richtig trainieren können“). Beran geriet auch nach dem Wettkampf ins Schwitzen. Der Doktor der Allgemeinmedizin betätigte während der Erstliga-Partie als Scheibenschieber.

Zum guten Gesamteindruck der Speyerer Zweitligisten  trugen Christina Spindler und René Kassel bei. Spindler meisterte ohne Fehlversuch 75 und 92 kg (95 kp), Kassel schaffte nach je einem Patzer 102 und 128 kg (82 kp).

Ergebnisse

Speyer II: Julia Schwarzbach (51,2 kg Körpergewicht) 63 kg Reißen, 75 kg Stoßen = 138 kg Zweikampf = 104 Kilopunkte. – Max Platzer (69,4) 108, 136 = 244 = 111 (3. der Einzel-Gesamtwertung). – Christina Spindler (69,5) 75, 92 = 167 = 95. – Stephanie Haspel (70,7) 76, 95 = 171 = 97. – René Kassel (75,9) 102, 128 = 230 = 82. – Andrej Beran (87,7) 124, 163 = 287 = 111,6 (2.).

Lörrach: Camila Valduga (62,7) 0 Reißen, 68 Stoßen = 39,5 kp. – Beata Jung (68,6) 90, 100 = 190 = 120 (1.). – Moritz Huber (71) 101, 130 = 231 = 95. – Timo Hofmann (78,7) 90, 123 = 213 = 57. – Markus Kerimov (80,9) 100, 120 = 220 = 58,2. – Sébastien Ruolf (84,3) 108, 138 = 246 = 77,4. /wk